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Swing - die Musik, Lindy Hop - der Tanz

Swing Dance, der wilde Tanz aus der "black afro american vernacular jazzdance tradition", der in den USA die Tanzwütigen schon seit einigen Jahren in die Ballrooms treibt, findet auch bei uns immer mehr begeisterte Anhänger. Swing hält Einzug in die Ballsäle von Hamburg, Berlin und München - die erste Popkultur der Welt feiert ihr Comeback.

Nicht Rocker wie die Rolling Stones sondern Jazzer wie Count Basie, Cab Calloway, Duke Ellington, Glenn Miller, Tommy Dorsey, Benny Goodmann etc. - die Großen der Swing Ära - waren die ersten die ihr Publikum begeisterten und zur Ekstase treiben. In den 30er und 40er Jahren erlebte der Swing seinen Höhepunkt. Aufgrund unserer Vergangenheit ist die Swingmusik in dieser Zeit nicht wirklich nach Deutschland gekommen.

Als "Original" aller Swingtanzformen gilt der Lindy Hop, entstanden im legendären Savoy-Ballroom in Harlem, New York. Lindy Hop wurde für beinahe ein Jahrzehnt fast ausschließlich von Schwarzen getanzt. Die Wurzeln des Tanzes finden sich im Charleston sowie in karibischen und westafrikanischen Tanzformen. Benannt wurde der Tanz nach dem berühmten Fliegerpionier Charles Lindbergh, welcher 1927 mit seiner "Spirit of St. Louis" den Atlantiküberflug von New York nach Paris wagte. Die Schlagzeile des Sommers lautete: "Lucky Lindy Hops the Atlantic". Mit dem Namen wird vor allem auf die atemberaubende Akrobatik angespielt, welche später bei keinem einzigen Tanz mehr so zu finden war, wie eben beim Swing Dance in der Form, wie er in der damaligen Zeit in den Nachtclubs auf der Bühne aufgeführt wurde. Daneben entwickelte sich Swing Dance zu einem echten, die Masse mitreißenden Social Dance, die Ballrooms waren mit Tausenden von Tänzern gefüllt. Kein Wunder deshalb, dass der Swing Dance heute wieder einen richtigen Boom in den USA und Europa erlebt.

Swing Dance bedeutet Freiheit in den Bewegungen, Improvisation und Tanzen auf Musik. Tiefe Haltung, weiche fließende Bewegungen, schnelle Kicks und kleine Jumps sind typisch für die packende Mischung aus Eleganz und Laszivität. Swing Outs geben den Partnern die Möglichkeit, einzeln zu tanzen und zu improvisieren. Technisch gesehen werden neben Elementen über vier, sechs oder zehn Taktschlägen die Tanzfiguren im Lindy Hop überwiegend über zwei volle Takte (eight counts) getanzt, während alle Nachfolger z. B. Boogie Woogie, Rock`n`Roll auf six counts (1½-Takte) basieren.